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Standpunkt: Kapitalpartnerschaft

CDU will Kapitalpartnerschaft

Die Deutsche Einheit zeigt offenkundig: Ludwig Erhard setzte sich gegen Karl Marx durch. Und doch gibt es eine Vision, die noch heute von der CDU zu thematisieren ist: "Wohlstand für alle" mit einer Kapitalpartnerschaft zu verbinden, die aus abhängig Beschäftigten Mitunternehmer macht. Betrieblich oder überbetrieblich, wie es den Akteuren gefällt. Die CDU-geführte Bundesregierung hat noch 1998 das Beteiligungssparen gesetzlich geregelt. Neben dem Bausparen wurde eine zweite Säule von heute 400 Euro geschaffen, die das Beteiligungssparen am Produktivkapital fördert.

Die Tarifpartner sollten die "Schrittmacher" sein. Immer mehr Arbeitgeber stellen fest: Mitarbeiterbeteiligung ist betriebswirtschaftlich profitabel. Das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) ermittelte die durchschnittliche Wertschöpfung pro Beschäftigten in einem Betrieb.

  • mit Mitarbeiterbeteiligung DM 125.000 DM
  • ohne Beteiligung DM 79.400 *

Mitarbeiterbeteiligung ist also auch unternehmerisch sinnvoll. Doch mit 97.000 Betrieben (77.000 West/ 20.100 Ost) nutzt nur jeder 20. Betrieb die Mitarbeiterbeteiligung zur Steigerung von Effizienz und Effektivität. Vorreiter sind dabei die chemische Industrie, Kredit- und Finanzinstitute sowie Versicherungen. Prämien, Belegschaftsaktien, Aktienoptionen, erfolgsabhängige Gehaltsbestandteile finden sich bei 15 Prozent oder 4,35 Millionen Arbeitnehmer/innen Westdeutschlands und 8,5 Prozent oder 500.000 Kolleg/innen Ostdeutschlands in der Lohntüte. Im IT-Bereich sind Unternehmens- und Gewinnbeteiligung zu fast 80 Prozent aller Betriebe üblich.

Vorbehalte, oft aus Unwissenheit, bestehen zudem noch bei vielen Beschäftigten. Die aktuelle Situation an den Finanz- und Aktienmärkten hat zudem viele verschreckt. Die CDU sieht die Mitarbeiterbeteiligung als Schlüssel für eine mehrjährige moderate Tarifrunde. Wenn es keine Gewinne gibt, dann gibt es auch nichts zu verteilen, wenn die Gewinne steigen, dann profitieren die Beschäftigten automatisch mit. Was möglich würde, wäre ein tarifpolitischer Friedenspakt, wie ihn die Schweiz seit vielen Jahren kennt. Zu hoffen bleibt, dass angesichts der aktuellen Wirtschaftsdaten mehr Unternehmer und Gewerkschafter zum Rettungsring "Mitarbeiterbeteiligung" greifen, um das "Management by Robinson" (Alle warten auf Freitag) zu beenden.

* Quelle: IW, IAB Betriebspanel Stand: 2001.

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