Die Arbeitslosigkeit von Behinderten verläuft parallel zur allgemeinen Arbeitslosigkeit.
Heute geht es in der Behindertenpolitik weniger um "Fürsorge", es geht um "Hilfe zur Selbsthilfe", es geht auch um die Selbstbestimmung des behinderten Menschen.
Mittelpunkt all unserer Bemühungen muss jedoch die Vermittelbarkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt sein.
Von daher sind Integrationsfachdienste eine wirksame Hilfe und Ergänzung für die Bemühungen der Arbeitsämter.
Wie dringend diese Aufgabe ist, zeigt die Zahl von über 800 000 Bewerbern für Ausbildungsstellen, die im letzten Jahr bei der Bundesanstalt für Arbeit gemeldet waren.
Wir würden uns wünschen, dass die Tätigkeit der Arbeitsämter und der Integrationsfachdienste noch ergänzt werden durch die Bemühungen privater Arbeitsvermittler, die nicht nur kommerziell sondern auch ohne Gewinnabsichten eine wichtige Nischenfunktion auf dem Arbeitsmarkt erfüllen können.
Hier sollten wir gemeinsam über eine stärkere Verzahnung nachdenken.
Die skandinavischen Länder zeigen uns, wie aus Leistungsempfängern auf dem Dienstleistungsmarkt auftretende Kunden werden.
Dies stärkt das Selbstwertgefühl und fördert die Selbstbestimmung des behinderten Menschen.
Eine Verlagerung von der Objektförderung zur Subjektförderung über ein persönliches Budget wäre hierfür der richtige Weg.
Sieben Millionen Behinderten fordern uns auf allen Ebenen.
Wie sieht es mit barrierefreiem Bauen aus, auch wenn sich ein Unternehmen neu gründet oder in Verwaltungen?
Wir könnten uns auch ein Kombi-Lohnmodell vorstellen, das über die Sozialhilfe und über die Arbeitslosenhilfe behinderten Menschen, wenn sie eine Arbeit aufnehmen, einen höheren Hinzuverdienst ermöglicht.
Warum sollte es bei dieser Zielgruppe nicht möglich sein, befristet auf fünf Jahre ein Erwerbseinkommen mit einem 25prozentigen Zuschuss aus der Sozialhilfe oder der Arbeitslosenhilfe zu kombinieren?
Lohnkostenzuschüsse auf dem ersten Arbeitsmarkt helfen den Unternehmen und den Arbeitnehmern, die eine neue Perspektive finden.
Sozialhilfe und Arbeitslosenhilfe könnten so als Brücke auf den Arbeitsmarkt genutzt werden.
Die neuen Technologien und die Stärkung des Dienstleistungssektors helfen auch den Behinderten.
Elektronische Heimarbeitsplätze, Nachbarschaftsbüros und mobile Kommunikation können die Integrationskräfte stärken.
Wir wollen das Vernetzen von kommunaler, tariflicher, Landes- und Bundesebene mit den freien Trägern.
Der Deutsche Bundestag und der Bundesrat haben hier gute Zeichen gesetzt.