Auf vollen Touren laufen die Verhandlungen über den Börsengang der Deutschen Bahn AG.
Das Bundesunternehmen soll durch den Börsengang zusätzliche Milliarden erhalten um stärker investieren zu können.
Die Deutsche Bahn hat sich in den letzten Jahren beim Personennahverkehr weitgehend aus dem Kreis Viersen zurück gezogen, andererseits nutzt sie verstärkt die Trasse Viersen, Dülken, Kaldenkirchen, Venlo für den Güterverkehr.
So spielt das Berliner Thema Bahnprivatisierung auch am Niederrhein eine wichtige Rolle.
Bahnchef Mehdorn möchte die Bahn einschließlich Schienennetz an die Börse bringen (Integriertes Modell).
Dies erhöht den Wert der Bahn AG.
Im Schienennetz stecken über 230 Mrd. Euro, die vorrangig aus Steuermitteln finanziert wurden.
Die Koalitionsfraktionen wollen die Eigentumsrechte des Schienenetzes beim Bund (Eigentumsmodell) belassen.
Er ist verfassungsrechtlich für die Mobilität zuständig und er hat den Löwenanteil der Kosten finanziert.
Eine Trägergesellschaft sichert den Wettbewerb der Trassennutzer.
Denkbar wäre als Kompromiss ein Auftragsmodell, wonach die Bahn das Schienennetz erhält, alle zehn Jahre die Konditionen überprüft werden und der Bund eine Rücknahmeoption bewahrt, wenn die Bahn AG nicht auftragsgemäß mit dem Schienennetz arbeitet.
Damit zusammen hängt auch der Lärmschutz an der Trasse Viersen-Dülken-Kaldenkirchen.
Durch ein Sonderprogramm des Bundes werden nächstes Jahren in Viersen-Zentrum 4,4 km Lärmschutz gebaut, 300 Häuser erhalten zusätzlichen passiven Lärmschutz bei einer Eigenbeteiligung von 25 Prozent.
Dies wurde möglich, weil ich mich gemeinsam mit weiteren Abgeordneten zwei Jahren dafür eingesetzt habe, dass der Lärmschutzetat von 51 Mio. Euro auf 76 Mio. Euro ab 2006 aufgestockt wurde.
Es bleibt das Problem der Trasse in Dülken.
Nach Auskunft der Bahn verkehren hier täglich 80 Güterzüge, darunter viele alte Diesellocks mit gehörigem Lärm.
Entlastung soll durch den Ausbau der Betuwelinie über Emmerich-Oberhausen im nächsten Jahr kommen.
Die Bahn kann durch aktuelle Zahlen eine höhere Privilegierung des Streckenabschnittes Dülken erreichen, so dass wie in Viersen auch in Dülken der Lärmschutz schneller gebaut wird.
Aktuelle Zahlen haben wir eingefordert.
Eines ist klar:
Wer das Schienennetz haben will, der muss sorgsam damit umgehen, mit den Schienen, aber vor allem mit den Menschen.