Fast täglich berichten die Tageszeitungen von steigenden Energiepreisen.
Zweifel an der Kalkulation der großen vier Energiekonzerne werden lauter.
Die marktbestimmende Stellung der Stromerzeuger lässt den Verdacht der Preistreiberei immer wieder aufkommen.
Diese ausufernde Entwicklung soll nun eingedämmt werden.
Seit Januar 2008 hat die neue achtköpfige Abteilung des Bundeskartellamtes ihre Arbeit aufgenommen.
Sie ist für die Missbrauchsaufsicht bei Strom, Gas und Fernwärme zuständig und wird Preiserhöhungen auf dem deutschen Energiemarkt genauer unter die Lupe nehmen.
Grundlage hierfür ist das am 22. Dezember 2007 geänderte Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen.
Zukünftig wird es schwieriger werden die Strompreise zu erhöhen.
Preise, die die Kosten unangemessen überschreiten, können untersagt werden.
Im Kartellverfahren tragen dann die Unternehmen die Beweislast für die sachliche Rechtfertigung.
Die Stromerzeuger müssen schlüssig nachweisen, dass ihre Kosten gestiegen sind.
Versorgern mit überhöhten Preisen drohen Geldbußen in Höhe von bis zu zehn Prozent des Umsatzes.
Einen weiteren Schritt gegen steigende Strompreise geht die Bundesnetzagentur.
Sie reguliert die Netzentgelte, die die Verbraucher für die Nutzung des Stormnetzes bezahlen.
Neben Steuern und Produktionskosten machen diese rund 33% des Endpreises aus.
Die Bundesoberbehörde plant die Netzgebühren um 25% abzusenken, um die Stromkosten zu drosseln.
Dies nutzt den Verbrauchern, aber auch den Konkurrenten der großen vier Versorger.
Sie können Strom deutlich preiswerter als bisher anbieten.
Die Senkung der Netzentgelte fördert und unterstützt die dezentrale Energieversorgung, da die 'Kleinen' das Netz günstiger nutzen können und trägt somit zu mehr Wettbewerb bei.
Nur eine gesunde Konkurrenz kann der Preistreiberei Einhalt gewähren.
Gegen steigende Rohstoffpreise sind wir allerdings nur schlecht gefeit.
Die Endlichkeit des fossilen Brennstoffs Öl und die unsichere Situation in vielen Förderländern treiben den Preis in schwindelerregende Höhen.
Die 100 Dollar Marke wurde bereits überschritten.
Auch die Abhängigkeit von russischen Gasvorkommen steigt bedenklich.
Die Kohle hingegen wird aufgrund ihres hohen CO2-Ausschusses teurer.
Ab 2013 muss die Energiewirtschaft für den CO2-Ausstoss bezahlen; das gilt auch für die heimische Kohle.
Bis wir das Treibhausgas bei der Kohleverbrennung abspalten können streicht noch einige Zeit ins Land.
Vor 2020 wird dies laut Experten nicht gelingen.
Die Klimaziele der Bundesregierung (Drosselung des CO2-Ausstosses um 30% bis 2020) in Verbindung mit der Versorgungssicherheit der Republik sind eine große Herausforderung.
Der Exportweltmeister Deutschland braucht eine sichere und bezahlbare Energieversorgung.
Ein ausgewogener und CO2-armer Energiemix ist in Zeiten der Erderwärmung von besonderer Bedeutung.
Wenn wir weiterhin ungemindert CO2 in die Luft blasen, werden die Folgekosten mit Milliardenbeträgen zu Buche schlagen.
Deshalb gilt es Vorsorge zu treffen.
Langfristig ist es dringend nötig, dass regenerative Energien wie Wasserkraft, Windkraft und Sonnenenergie die Energiebedürfnisse decken.
Doch hiervon sind wird noch weit entfernt.
Wann die Erneuerbaren die gesamte Grundlast, das heißt eine sichere Energieversorgung rund um die Uhr, stemmen können, steht in den Sternen.
Energie muss bereitstehen auch wenn es regnet, schneit oder kein Lüftchen weht.
Sicher ist, dass wir in die Forschung investieren müssen, um die erneuerbaren Energie stärker aufzubauen und Speichermöglichkeiten zu schaffen.
Deutschland ist bei regenerativen Techniken auf einem guten Weg.
Doch wir benötigen noch etwas Zeit bis Wind, Wasser und Sonne unseren gesamten Energiebedarf decken können.
Der Klimawandel gewährt aber keinen Aufschub.
Bis die Erneuerbaren ausgereift sind muss die CO2 freie Kernenergie im Energiemix bleiben.
Die Kernkraft ist weiterhin wichtige Übergangslösung.
Deshalb dürfen längere Laufzeiten kein Tabu sein.
So könnten die hierdurch entstehenden Einsparungen zusätzlich in die Entwicklung der regenerativen Energien fließen.