Das war parlamentarischer Weltrekord.
Innerhalb einer Woche schnürte die Bundesregierung ein 500-Mrd.-Paket gegen die weltweite Finanzkrise.
Eile war geboten, da sich der Vertrauensverlust zwischen den Banken bereits auf die Wirtschaft auswirkt.
Soll eine Weltwirtschaftskrise verhindert werden, müssen die Industrieländer schnell handeln.
Hier zeigt sich das geflügelte Wort des Vaters der Sozialen Marktwirtschaft, Ludwig Erhardt, dass Psychologie die halbe Miete der Wirtschaftspolitik ist.
Am Montag besprachen wir in der Landesgruppe Nordrhein-Westfalen das am Wochenende erstellte Finanzpaket der Bundesregierung.
Dienstagmorgen waren die Facharbeitsgruppen am Werk.
Vorrangig die Haushälter, die auch das Ziel eines Haushaltes ohne Neuschulden im Blick haben.
Nachmittags befassten sich die Fraktionen mit den Vorschlägen.
Bundeskanzlerin Angela Merkel skizzierte die globale Herausforderung; viele Wortbeiträge zeigten, wie ernst und schwierig die Lage an den Börsen derzeit ist.
Mittwochmorgen brachten Kanzlerin Merkel und Finanzminister Steinbrück die Initiative in die 1. Lesung des Parlamentes ein.
Nach der ersten Debatte kam die Überweisung in die Fachausschüsse des Deutschen Bundestages.
Die Ausschussberatungen begannen am Nachmittag.
Donnerstag führte der Haushaltsausschuss eine Expertenanhörung durch.
Die hieraus entwickelten Änderungsanträge wurden bis weit nach Mitternacht diskutiert und abgestimmt.
Am Freitag folgten die Schlussberatungen.
Sofort nach der Abstimmung wurde das Gesetzespaket an den Bundesrat weiter geleitet, der zeitgleich in Berlin mit den Ministerpräsidenten der Länder tagte.
Nach Verabschiedung in der Länderkammer stand ein Bote bereit, der das Gesetz zur Prüfung und zur Unterzeichnung an den Bundespräsidenten brachte.
Vergleichbar ist die aktuelle Weltfinanzlage nur mit dem 'schwarzen Freitag' von 1929 und den verheerenden Folgen einer Weltwirtschaftskrise.
Die Bundesregierung und das Parlament haben gezeigt, dass unsere Demokratie stabil ist und aus der Geschichte gelernt haben.
Nun sind die Vertreter der Banken und Sparkassen am Zuge; ihrerseits Verantwortung zu zeigen.