Lernen ist wie rudern gegen den Strom.
Wer aufhört, der treibt unweigerlich zurück.
Diese Erkenntnis prägt unser Leben.
So begannen auch die christlich sozialen Arbeitervereine im 19. Jahrhundert als Bildungsvereine.
Aus Bildung wurde Selbsthilfe und aus Selbsthilfe entstand die Mitbestimmung als politische Kraft.
Bildung schafft Beteiligungschancen, - für den Menschen, der seine berufliche Perspektive verbessert.
Ohne berufliche Qualifikation steigt das Risiko, arbeitslos zu werden um das Dreifache.
Bildung schafft aber auch Beteiligungschancen für unser Land.
Exportweltmeister kann nur bleiben, wer seine Potentiale nutzt.
Keiner darf verloren gehen.
So ist Bildung auch der Schlüssel für eine gute soziale und wirtschaftliche Zukunft.
Schon heute berechnet das Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln den jährlichen Auftragsverlust für unsere Betriebe mit 18,5 Mrd. Euro, weil Stellen nicht besetzt werden, da qualifizierte Facharbeiter fehlen.
Arbeitslosigkeit auf der einen Seite und Wachstumsverluste auf der anderen Seite, diesen Teufelskreis müssen wir durchbrechen, wenn wir gestärkt aus der globalen Wirtschaftskrise herauskommen wollen.
Deutschland hatte 2007 fast 60.000 Patentanmeldungen.
Damit sind wir Spitzenreiter in Europa und auf dem weltweit fünften Platz.
80 Prozent der Patente kommen von betrieblichen Mitarbeitern, 20 Prozent entwickelten Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Einzelerfinder.
Betriebliche Innovation sichert die praktische Ausbildung nach Berufsbildern.
Sie garantieren ein weitflächiges Bildungsangebot mit anschließender Spezialisierung.
Das Flaggschiff der Bildung ist die duale Ausbildung mit fast 1,5 Mio. Auszubildenden in 490.000 Betrieben.
Der Kammerabschluss am Ende der Ausbildung ist eine zentrale Voraussetzung für die Fähigkeit zur Weiterbildung.
Die Union brachte bereits 2005 einen Antrag zum Lebenslangen Lernen in den Deutschen Bundestag ein.
Die Koalitionsvereinbarung knüpfte daran an.
Die Aufstiegsfortbildung soll einen eigenen Stellenwert erhalten.
Ein erster Erfolg ist, dass die Beteiligung der Erwerbstätigen an der Weiterbildung im letzten Jahr von 41 auf 43 Prozent gestiegen ist.
Unser Ziel ist eine Weiterbildungsquote von 50 Prozent.
Eine älter werdende Gesellschaft lebt von der Lust am Lernen.
Heute geht sie mit zunehmendem Alter zurück.
Wir wollen Anreize setzen, dass Lernen im Lebenslauf selbstverständlich wird.
Nach einer Befragung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages zur Weiterbildung antworteten zwei Drittel der Befragten, sie lohne sich.
70 Prozent erhielten nach der Weiterbildung eine bessere Position, 61 Prozent ein höheres Gehalt.
Für jeden Dritten verbesserte sich die Sicherheit des Arbeitsplatzes.
Mit neuen Instrumenten hat die Merkelregierung die Weiterbildung verbessert:
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Eine Bildungsprämie als Direktzuschuss von 154 Euro für Arbeitnehmer mit mittlerem und geringem Einkommen.
Höhere Einkommen können Weiterbildungskosten über den Pauschbetrag von 920 Euro steuerlich absetzen.
Es ist ein Start; nicht das Ziel.
Wir wollen diese Förderung stärker ausbauen.
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Mit einer Bildungsallianz sollen die unterschiedlichen Bildungsprogramme von Bund, Ländern und Sozialpartner aufeinander abgestimmt werden.
Wir brauchen bessere Übergänge vom Kindergarten in die allgemeine Bildung und von der allgemeinen Bildung zum Lebenslangen Lernen.
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Größte Hebelwirkung hat die Öffnung der Vermögensbildung für das Bildungssparen.
Mit steuerlicher Prämie, Zinsen, Eigenanteil und Arbeitgeberanteil werden derzeit sieben Millionen Arbeitnehmer gefördert.
Sie können ihre Guthaben flexibel für die Bildung nutzen.
Der mögliche Förderkreis wurde auf 15 Millionen Arbeitnehmer erweitert.
Hinzu kommt die Erweiterung der Aufstiegsfortbildung für die Erziehungs- und Pflegeberufe.
Das klassische Meister-Bafög wurde auch finanziell aufgewertet.
Nach einem erfolgreichen Abschluss steigt der Zuschuss von einem Drittel auf fast 50 Prozent.
Die bisher eigenständige Prüfungsphase wurde in die Förderung einbezogen.
Weiterbildungsdarlehen und Zeitkonten, die zeitverzinst für Familienphasen und für Qualifizierungszeiten genutzt werden können sind Instrumente, die besonders über die Tarifparteien organisiert werden können.
Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände sollten sich weniger als klassische Lohnmaschine und mehr als Innovationspartner verstehen.
Mehr Qualifizierung sorgt für mehr Einkommen und eine längere Lebensleistung in der Erwerbstätigkeit.
Dies verbessert dann auch die Rente.
Im Rahmen eines Europäischen Bildungsraumes entwickeln wir bis 2011 ein Bewertungsinstrument für Kompetenzen.
Nicht, woher du kommst ist wichtig sondern was du kannst.
Zwischen Portugal und Malta wollen wir ergebnisorientierte neue Maßstäbe setzen.
Dazu müssen auch Bildungsgrenzen im eigenen Land überwunden werden.
So wie der Meister oder Techniker in Europa mit dem akademischen Bachelor gleich gestellt wurde so wollen wir auch Übergänge zwischen der akademischen und der beruflichen Bildung ermöglichen.
In den skandinavischen Ländern liegt die Quote der Studenten aus der beruflichen Praxis bei 35 Prozent, in Deutschland dümpelt sie bei fünf Prozent.
Die gegenseitige Durchlässigkeit der Bildungssysteme muss ständiges Thema der Bildungsallianz sein.
Die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise zeigt:
Es ist besser in Menschen zu investieren als an der Börse zu spekulieren.
Der Mensch ist mehr wert als jedes Kapital.
Wir brauchen einen Paradigmenwechsel in der Gesellschaft.
Weg von der De-Qualifizierung der Menschen durch frühzeitige Verrentung, Entlassung und Billiglöhnen hin zu der Erkenntnis:
Arbeitnehmer sind nicht nur Kostenfaktoren; sie sind Aktivposten unseres Landes.