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Standpunkt:
Bildungsrepublik Deutschland

Deutschland ist Exportweltmeister. Unsere Zukunft sind die Ideen von heute. Die Voraussetzung hierfür sind qualifizierte und motivierte Menschen. Es wäre undenkbar, dass die arabischen Länder ihre Erdöl­vorräte im Wüstensand versickern lassen, oder dass die Südafrikaner ihre Goldnuggets in den Flussläufen nicht voll ausschöpfen. Genauso undenkbar ist es für uns Deutsche, dass wir unsere wichtigste Ressource, den Menschen, ohne Ausbildung lassen.

Deshalb trägt der Koalitionsvertrag den Leitspruch 'Wachstum, Bildung, Zusammenhalt'. Das Ziel ist die Bildungsrepublik Deutschland – keiner darf verloren gehen. Dazu wird der Bund seine Ausgaben für Bildung und Forschung bis 2013 um 12 Mrd. Euro erhöhen. Wir wollen künftig zehn Prozent des Brutto­inlandsprodukts in Bildung und Forschung investieren.

Dazu gehört beispielsweise ein Bildungskonto von Geburt an. Jedes Kind wird zukünftig mit einem 'Startkapital' von 150 Euro auf ein persönliches Zukunftskonto unterstützt. Dies soll dazu anregen, dass mit staatlicher Prämie und Zinsen das Bildungs­sparen so gefördert wird, wie es heute schon millionen­fach beim Bausparen üblich ist. Viele Debatten über Förderunterricht, Studiengebühren und Weiterbildungsfinanzierung können mit einem Bildungskonto entspannt werden.

Eine zentrale Voraussetzung für eine gute Ausbildung ist eine solide Finanzierung. Der Bildungsaufstieg wird zu oft von finanziellen Hürden erschwert. Deshalb wollen wir mit dem Dreiklang aus BAföG, Bildungs­darlehen und Stipendien allen jungen Menschen ein Studium ermöglichen. Wir beabsichtigen den Anteil der Stipendiaten von zwei auf zehn Prozent der Studierenden zu erhöhen. Wer fleißig ist, wird belohnt. Stipendien werden ausschließlich nach Begabung und unabhängig vom Einkommen vergeben. Auch sogenannte Spätzünder sollen über das 30. Lebensjahr hinaus zinsgünstige Bildungskredite erhalten.

Ein weiteres Anliegen ist die Durchlässigkeit von Bildungsgrenzen. Mit einem Europäischen Bildungs­pass wollen wir ergebnisorientiert Kompetenzen zwischen Portugal und Malta dokumentieren. Dies erhöht die Mobilität und die Vergleichbarkeit der Kenntnisse und Fertigkeiten in einem europäischen Bildungsraum. Gleichzeitig wollen wir auch Grenzen zwischen akademischer, schulischer und beruflicher Bildung überwinden. Deshalb werden wir die gegen­seitige Anerkennung von Abschlüssen und Teil­leistungen verbessern. Dies geschieht mit einem Europäischen Qualifikationsrahmen, den wir bis 2011 europaweit verankern wollen. Mit der Merkel-Regierung erhält 'Bildung für alle' einen neuen Stellenwert.

 
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Impressum: Uwe Schummer, Pappelallee 11, 47877 Willich, Tel. 030 - 22 77 34 84